Das goldene Zeitalter der Thai-Kultur

Mitte des 13. Jahrhunderts stand Sukhothai als Thailands erste königliche Hauptstadt in voller Blüte. Das Königreich wird als das goldene Zeitalter der Thai-Kultur bezeichnet und stellt mit religiöser Kunst und Architektur den klassischen Stil dieser Zeit dar. Rund 450km von Bangkok entfernt liegt Sukhothai in seiner gespaltenen Art und Weise. Gute 11km von Neu-Sukhothai entfernt erstrecken sich die Ruinen von Alt-Sukhothai über eine Fläche von 45km². Damit gehört dieser Teil der Stadt zu einer der historischen Stätten mit den meisten Besuchern. Jeder der von Alt- nach Neu-Sukhothai reist erlebt eine radikale Veränderung. Grüne Berglandschaften, eine unendliche Weite voller Reisterrassen aufgelockert durch das leise Rauschen des Mae Nam Yam- Flusses verändern das Landschaftsbild auf drastische Art und Weise. Neu-Sukhothai hat ein ansprechendes Flair mit freundlichen Gastgebern und guter Verkehrsanbindung.

Die bedeutungsvolle Geschichte der Khmer

In Sukhothai begibt man sich unweigerlich auf die altertümlichen Pfade Siams. Die frühere Dynastie brachte innerhalb von 200 Jahren rund neun Könige hervor. Die reizvolle Geschichte begann 1275 mit König Ramkhamhaeng, der für die Entwicklung der ersten wertvollen Thai-Inschriften verantwortlich war und somit die thailändische Literatur ins Rollen brachte. Ursprünglich war die Region rund um Sukhothai eine der frühen Khmer-Siedlungen, doch kurz nach der Regentschaft von König Ramkhamhaeng fiel das Zentrum von Kultur, Macht und Religion an Ayutthaya. Noch heute findet der aufmerksame Betrachter Ausgrabungen von rituellen Bauwerken und Schreinen. Die meisten der Tempel sind übrigens immer noch in ihrer ursprünglichen Art erhalten und wurden lediglich auf buddhistische Weise restauriert. 

Geschichtspark Sukhothai

In diesem Zusammenhang entstand auch der Sokhothai Historical Park. Die Ruinen sind Teil des UNESCO Weltkulturerbes und zählen heute zu den bedeutungsvollsten archäologischen Funden Thailands. Archäologen und Forscher erhielten so fantastische Einblicke in die frühen Phasen von Thailands Gründung als Nation und konnten dank dieser Eindrücke die Historie weitestgehend rekonstruieren. Die Überreste von knapp 21 historischen Stätten sind innerhalb der alten Mauern des Königreichs gefunden worden. Hinzu kommen vier große Teiche und weit mehr als 70 Ausgrabungsstätten im näheren Umkreis. Mehrere Festungswälle, Torwege und Wassergräben umgaben das gesamte Gelände und teilen die Ruinen heute in den Himmelsrichtungen entsprechende Bereiche. Auch das Ramkhamhaeng National Museum ist Teil des Sukhothai Historical Parks. Der Museums-Eintritt kostet 150 BHT, der zentrale Bereich und die vier äußeren Bereiche kosten jeweils 100 BHT. Wer sich gerne alles über mehrere Tage hinweg anschauen möchte, kann ein Kombi-Ticket beantragen. An Samstagabenden gibt es dazu einen relativ neuen Nachtmarkt. Auf dem Trödelmarkt werden unterschiedlichste traditionelle Waren zum Kauf angeboten.

Die Geschichte hinter diesen Ausgrabungen bezeugt die früheren Probleme mit militärisch weitaus überlegeneren Nachbarn. Insbesondere die Volksstämme und Urahnen der Thai wurden versklavt und kamen nicht gegen ihre Gegner an. Somit entstand erst spät eine annähernde Idee von Zivilisation. Das heute kambodschanische Angkor Wat galt zu dieser Zeit als Machtzentrum und war durch seine Streitkräfte weitaus mächtiger als die Thai. Das heutige Burma war in diesen Jahren ebenfalls auf dem Vormarsch und brachte der jungen thailändischen Nation zusammen mit vielen Mongolen weitere Probleme. Währenddessen kämpften die Malays mit allem was sie hatten um die Malayische Halbinsel im Süden des Landes.

Alt- und Neu-Sukhothai im Vergleich

Alt-Sukhothai

Alt-Sukhothai ist geprägt vom Sukhothai Historical Park. Das mehrere Quadratkilometer umfassende Gelände ist geschichtlich von hoher Bedeutung und beinhaltet buddhistische Tempel, Schreine der Hinduisten und viele weitere Ruinen und Bauwerke die aus meisterhafter Architekten-Hand stammen. Als Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist Alt-Sukhothai etwas ganz Besonderes und versprüht einen wahrhaft einzigartigen Charme. Der Besuch des Ramkhamhaeng National Museums lohnt sich auf jedem Fall ganz besonders im Voraus. Viele wichtige Informationen über die Geschichte des goldenen Zeitalters der Thai-Kultur und auch ein Lageplan des gesamten Geländes bieten viele Hilfestellung für das Begehen des Parks. Darüber hinaus stehen in dem Museum mehrere der bedeutendsten Buddha Statuen, wie beispielsweise „der schreitende Buddha“.

Unweit des Museums sollten Sie außerdem den Besuch der königlichen Residenz einplanen. Rundum das Gebäude erstreckt sich ein breiter Wassergraben, der in Verbindung mit der gewaltigen Fassade des Palastes ein atemberaubendes Foto - Motiv abgibt. Die ursprüngliche Mitte des Reiches werden Sie überdies im Wat Phra Phai Luang finden. Hier herrschten früher die Khmer, wodurch das „Kloster der großen Winde“ enorm an geschichtlicher Bedeutung gewann. Ein alter Schriftzug in Stein besagt, dass der frühere König Ramkhamhaeng Sukhothai für eine gute Stadt hielt. Den Handelnden und Arbeitenden Thais wurden keinerlei Steuern auf erlegt, sofern sie gewissenhaft waren und jeder durfte mit Tieren, Geld und anderen Produkten handeln so gut er konnte und so viel er wollte. In seinen Augen war das frühe Sukhothai deshalb ein Paradies in dem es sich lohnte zu leben.

Neu-Sukhothai

Als das Leben in Sukhothai zu dieser Zeit blühte hielten die historischen Maßstäbe allerdings nur wenige Jahre. Vermutlich gerade deshalb stammen aus dieser Generation erstaunlich viele zeitgenössische Artefakte rund um Sukhothai. Neu-Sukhothai lässt sich wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden und bietet bei schönem Wetter viele tolle Fotomöglichkeiten. Die Überreste aus der ehemaligen Thai-Dynastie sind hier einzigartig. Wind und Wetter ausgesetzt haben die Ruinen dennoch nichts von ihrem ursprünglichen Charme verloren und sind einmal mehr für die moderne Forschung interessant. Insbesondere auch im Hinblick auf die Rückverfolgung der asiatischen Bevölkerung.

Über die Jahre hat sich Neu-Sukhothai immer weiter entwickelt und ist zu einem wahrhaft schönen Reiseziel geworden, welches nicht nur kultur – historisch, sondern auch touristisch sehr interessant und absolut sehenswert ist. Neben den vielen kleinen und hübschen Cafés, laden eine Reihe kleinerer Boutique Hotels mit fantastischen Restaurants zum Entspannen ein und bieten Erholung pur. Auf den Straßen begegnet man immer wieder freundlichen Menschen die einem gerne aus dem alltäglichen Leben berichten und die Legenden aus der „Morgenröte der Glücksseligkeit“ aufleben lassen. Neu-Sukhothai ist auch bekannt für seine einzigartige Keramik- und Töpfer – Kunst, die so genannte Sangkhalok – Keramik. Diese Art von Keramik ist durch sehr feine und filigrane Muster bei jedermann äußerst beliebt und wird auch heute noch auf die traditionelle Weise und nur von Hand hergestellt. Desweitern gibt es auf den vielen Straßenmärkten und auch in kleinen versteckten Lädchen entlang der Straße den handgewebten Hat Siao Stoff zu kaufen. Wer Entspannung sucht in seinem Urlaub und trotzdem mehr über die Geschichte des Landes erfahren möchte, wird hier in Sukhothai genau das finden was er sucht.

Was muss ich gesehen und gemacht haben?

Neben dem Klassiker, dem Sukhothai Historical Park, gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in und rund um Sukhothai. Dazu gehört auch eine Vielzahl von Tempeln wie beispielsweise der Wat Mahathat. Der Tempel ist Sukhothais größter seiner Art und rundherum von einem Wassergraben umgeben. Dieser sollte in seiner Planung für den Außenrand des Universums stehen und den kosmischen Ozean darstellen. Der Wat Saphan Hin liegt etwa 4km westlich der Stadt, dafür aber erhöht auf einem etwa 200m hohen Hügel. Eine Steinbrücke und eine alte Treppe aus Schiefer führen den Hang hinauf und geben einen uneingeschränkten Panoramablick auf die Ruinen von Alt-Sukhothai frei. Direkt neben dem National Museum steht der kleine Wat Trapang Thong. Der Tempel ist auch heute noch immer bewohnt und verzückt durch seine fantastischen Stuckreliefs. Der zugehöroge große Teich versorgt zu einem großen Teil die Stadt mit Wasser. Nicht weit entfernt befindet sich der Wat Chang Lom, ein Tempel der von insgesamt 36 Elefantenstatuen getragen wird und deshalb auch „das von Elefanten umringte Kloster“ heißt.

Für Interessierte der traditionellen Sangkhalok – Keramik gibt es ein Museum, welches antike Stücke und eine rund 700 Jahre alte Sammlung der landestypischen Töpferkunst ausstellt. Im zweiten Stock findet sich darüber hinaus eine Sammlung reiner Kunstgegenstände aus Ton. Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Tipp: Jedes Jahr im November findet im Historical Park das fünftätige Lo Krathong Festival statt. Farbenfrohe Feuerwerke, schwimmende Lichter und Volkstänze nehmen die Besuche mit auf eine traditionell thailändische Reise in die Kultur des Landes.

Auf dem Weg nach Sukhothai

Sukhothai ist von den umliegenden Orten relativ leicht und schnell zu erreichen. Etwa alle halbe Stunde fahren Busse von Bangkok nach Sukhothai. Die Fahrt kostet umgerechnet etwa zwischen 6,50€ und 9,70€ je nach Klasse. Die Busse unterscheiden sich in größere und moderne mit Klimaanlage und kleinere die etwas traditioneller sind und dementsprechend günstiger.

Von Phitsanulok und Chiang Mai verkehren ebenso Busse im halbstündigen Rhythmus. Die meisten fahren über Tak und sind etwa 5-6 Stunden unterwegs. Je nach Strecke kostet die Fahrt um die 3€. Bis Phitsanulok fahren auch Züge in diese Richtung, da Sukhothai selbst aber keinen Bahnhof hat müssen Sie auch von dort aus mit dem Bus weiter fahren.

Alternativ ist auch eine Anreise mit dem Flugzeug möglich. Etwa 27km von Sukhothai entfernt liegt ein kleiner Flughafen der von Bangkok Airways betrieben wird. Einmal täglich fliegt eine Maschine der Airline für 40€ hierher. Der Weiter-Transport nach Sukhothai Stadt kostet 2,80€.

Selbstverständlich können Sie Sukhothai auch im Rahmen einer unserer Thailand Rundreisen besuchen. Rufen Sie gerne für eine persönliche Beratung bei uns an oder schreiben Sie uns eine Email.