Eine Großstadt als 2000 Jahre alter Knotenpunkt

Der Mae Nam Nan gluckst leise vor sich hin, es ist Ende April und Phitsanulok liegt ruhig zu Füßen des bergigen Nordens von Thailand. Noch zeugt die Stadt zwischen Bangkok und Chiang Mai nur von seiner Geschichte und Kultur, ist dazu einer der wichtigsten Verkehrs – Knotenpunkte für den internationalen Handel. Doch das wird sich bald ändern. Zwischen Mai und Oktober ist hier Hauptsaison für mutige Abenteurer die sich in das schwierigste Rafting Gebiet ganz Thailands stürzen wollen. Phitsanulok eignet sich auch hervorragend um die etwa 60km entfernten historischen Stätten von Sukhothai zu besuchen. In der näheren Umgebung finden sich außerdem interessante Nationalparks und Wildreservate. 

Die geschichtlichen Hintergründe

Phitsanulok war unter der Regentschaft von Ayutthayas König Borom Trailokanat etwa 25 Jahre lang Thailands Hauptstadt. Die Handelsmetropole war früher in Besitz der Sukhothai und erstreckt sich zu beiden Seiten des Mae Nam Nan. Dort bieten die an den Ufern liegenden Hausboote ein markantes Stadtbild. Durch die nahe Mündung in den Mae Nam Khwae Noi hieß die Stadt eine Zeit lang auch Song Khwae was übersetzt so viel wie Zwei Nebenflüsse bedeutet. Heute ist Phitansulok die einzige Stadt Thailands in der es tatsächlich erlaubt ist innerhalb der Stadtgrenzen auf einem Hausboot zu wohnen. Trotzdem befinden sich die meisten dieser Boote vermehrt an den Stadträndern und weniger direkt im Zentrum. Dort ist das Stadtbild von den blinkenden, rot und blau gefärbten Lichtern der Ekathotsarn – Brücke geprägt. Jeden Abend findet an den Flussufern südlich der Brücke ein bunter Markt mit vielen kleinen, interessanten Ständen statt. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Als 1957 die verheerenden Feuer von Phitsanulok ausbrachen, wurde die bis dahin höchst interessante und ansehnliche Architektur weitestgehend zerstört. Heute sind davon nur noch wenige Stätten übrig, so wie beispielsweise die Tempelanlage von Wat-Ratcha-Burana. Darüber hinaus konnte nur der Komplex des Wat-Phra-Sri-Ratana-Mahathat Tempels gerettet werden. Die beiden Gebäude sind zwar die einzigen kunsthistorischen Überbleibsel, trotzdem gibt es in der Stadt einige weitere sehenswerte Museen und Tempel, mit einigen der verehrtesten Buddha - Statuen des Landes. Da Phitsanulok wegen seiner guten Lage zwischen Zentral- und Nordthailand als Ausgangspunkt für Angriffe des Militärs genutzt wurde, befindet sich auch die ehemalige Stadtmauer aus der Zeit Ayutthayas noch in relativ gutem Zustand und gibt viel über die Historie der Stadt preis.

Erlebnisse in der Stadt

Durch das Feuer und diverse wetterbedingte Überflutungen siedelten sich immer mehr Thais in Hausbooten entlang der Ufer des Flusses an und ermöglichen ein hautnahes Erleben von landestypischen Köstlichkeiten. Die Einheimischen stellen ihr Können geschickt zur Schau und lassen getreu des typischen Phak Bung Loi Fa Gerichtes Gemüse durch die Luft fliegen. Die frischen Speisen direkt von den Booten sind eine willkommene Abwechslung zu den sonst üblichen Restaurants und geben auch einen einmaligen Einblick in das Leben der Thai. Die Monate zwischen November und März eignen sich besonders gut für eine Reise nach Phitsanulok. Jedes Jahr Im Februar findet rund um den Wat-Phra-Sri-Ratana-Mahathat ein sechstägiges Tempelfest zu Ehren des sitzenden Buddhas statt. Der Phra Buddha Chinnarat gehört unter den thailändischen Gläubigen zu den am meisten frequentierten Sakralfiguren. Wer sich für die Herstellung solcher Statuen interessiert, kann sich in der Buddha Casting Factory die aufwendigen Handarbeiten zeigen lassen. Tipp: Im Oktober finden auf dem Mae Nam Nan Lang - Boot - Rennen statt.

So fährt man am besten nach Phitsanulok

Mit uns können Sie auf einer unserer Thailand Rundreisen von jeder beliebigen Stadt nach Phitsanulok reisen. Wer die Anreise selbst organisieren möchte, kann entweder mit dem Zug, oder mit dem Bus fahren, oder nach Phitsanulok fliegen. Der Bahnhof befindet sich mitten im Zentrum der Stadt und wird zum Beispiel von Bangkok aus fünfmal täglich mit Schnellzügen bedient. Durch den Status als Verkehrsknotenpunkt fahren Busse aus allen größeren Städten stündlich den Busbahnhof an. Dieser liegt wenige Kilometer außerhalb der Stadt direkt an einem viel befahrenen Highway. Alternativ kommen Sie mit einem der Stadtbusse zum nahegelegenen Flughafen. Hier werden mehrmals täglich Verbindungen nach Bangkok geflogen.