Natur und Geschichte im Einklang

Im Süd – Westen Zentralthailands liegt direkt an der Grenze zu Myanmar die Provinz Phetchaburi mit ihrer gleichnamigen Hauptstadt. Das Landschaftsbild zeichnet sich überwiegend durch einzigartige Natur, mit riesigen Dschungelflächen und dem imposanten Anblick des Tenerassim – Gebirges aus. Der Nationalpark Kaeng Krachan ist der größte seiner Art in Thailand und wird durch den Golf von Thailand auf natürliche Art und Weise begrenzt. Durch Provinz und Stadt fließt der namensgebende Fluss Phetchaburi, der sich in seiner Beschaffenheit über die letzten Jahre allerdings stark verändert hat. Einige stärkere Erd- und Bodenveränderungen führten zu einer Verengung des Kanals, der dadurch auch an Tiefe verlor und für große Handelsschiffe nicht mehr befahrbar ist. Lediglich kleinere Boote mit wenig Tiefgang erreichen die Stadt noch zu Wasser. Somit wurde Phetchaburi weitestgehend vom Meer abgeschnitten und verlor die ursprünglich günstige Lage als mitunter religiöses Zentrum der Khmer und Hauptachse des nationalen und internationalen Handels. Trotzdem, oder gerade deswegen hat die Provinzhauptstadt nichts von ihrem touristischen Charme verloren. 

Das sollte man wissen

Die meisten Reisenden übersehen Phetchaburi schlichtweg oder fahren auf ihrem Weg von und nach Bangkok einmal kurz daran vorbei. Das ist schade, denn Phetchaburi steht sinnbildlich für die Vielseitigkeit der Geschichte Thailands und ist einen Kurztrip wert. Im 11. Jahrhundert von den Khmer gegründet, gewann die Stadt durch ihre ausgezeichnete Lage zwischen Birma und Ayutthaya immer mehr an Bedeutung und stieg rund 6 Jahrhunderte später zu einem bedeutungsvollen Handelsposten auf. Viele der Tempel aus dieser glanzvollen Zeit sind auch heute noch gut erhalten und ein Besuch lohnt sich. Die viele Jahre alten Teakhäuser aus der Zeit des Siam sind ebenfalls interessant und bieten diverse Möglichkeiten kulinarische Köstlichkeiten zu probieren. Ein absolutes Muss ist der Besuch der königlichen Paläste oberhalb der Stadt auf sanften Hügeln gelegen. Hier befindet sich auch der Höhlenkomplex von Khao Luang mit seinen buddhistischen Schreinen. 

Khao Luang Höhlen & Kaeng Krachan Nationalpark

Ein bisschen verwunschen, fast so wie im Märchen präsentieren sich die Höhlen von Khao Luang. Der Komplex setzt sich aus unzähligen Stalaktiten und uralten Buddha – Statuen zusammen. Gleißendes Sonnenlicht fällt durch eine Öffnung in der Decke der Kammer garantiert fantastische Fotos. Von der Rückseite der Haupthöhle aus gelangt man in eine kleinere Kammer, mit einer Versammlungshalle und beeindruckenden Holzreliefs. Ähnlich schön gestaltet sich die Nachbarhöhle Khao Bandai – It. Die Höhlen sind Teil des Kaeng Krachan Nationalparks.

Der Kaeng Krachan Nationalpark ist mit rund 3000 Quadratmetern der größte aller Nationalparks in Thailand. Reißende Wasserfälle stürzen tiefe Schluchten hinab, gewaltige Klippen, Höhlen und Berge werden von zahlreichen Wanderwegen umfriedet und eine savannenartige Landschaft macht das Bild des Parks perfekt. Neben den Höhlen zählt auch der Nam Tok Tho Thip – Wasserfall und die Namyot Tropfsteine zu den beliebtesten Hot Spots des Nationalparks. Die Flüsse Mae Nam Phetchaburi und Mae Nam Pranburi und der große La – U – Stausee mit den Zwillingswasserfällen Pa La – U Yai und Pa La – U Noi geben darüber hinaus vielen wilden Tieren den perfekten Lebensraum. Hier tummeln sich Elefanten, Affen, Tiger, Bären, Wildschweine, Hirsche und eine Heerschar von wilden Vögeln. Vom Gipfel des Phanoen Thung hat man eine spektakuläre Aussicht über den gesamten Park. Wir empfehlen Ihnen den Kaeng Krachan Nationalpark in der Zeit zwischen November und April zu besuchen, da die Temperaturen zu dieser Jahreszeit noch verhältnismäßig angenehm sind. Das ortsansässige Besucherzentrum gibt gerne Auskunft über saisonale Besonderheiten, Neuerungen oder spezielle Ausflüge. Auch wenn der Park als Schatztruhe des Landesinneren gilt, die noch zu den Geheimtipps zählenden Strände Phetchaburis eignen sich fantastisch zum relaxen und können beispielsweise im Rahmen eines Badeurlaubs in Thailand besucht werden.

Was es sonst noch zu sehen gibt

Die Provinz im Südwesten Zentral – Thailands ist bisher von den großen touristischen Massen verschont geblieben und wird als eher ruhig und sauber bezeichnet. Trotzdem hat die Stadt durch eine Reihe historischer Bauwerke wie Tempel, Ruinen und Paläste viel zu bieten und dazu noch eine entspannte Atmosphäre mit tollem Flair. Sehenswert sind der Phra Nakhon Khiri Palast und der historische Park. Der Sommerpalast ist weiß getüncht und liegt ansehnlich erhöht auf einem Hügel und wurde von König Rama IV erbaut. Gespickt mit Tempelanlagen und mehreren asiatischen Elementen verschiedenster Stile, wird das Gelände von zahlreichen Affen bevölkert. Kopfstein gepflasterte Wege führen den Hügel hinauf und sind mit mittlerer bis guter Fitness zu bewältigen. Alternativ kann man für wenig Geld mit der Bahn fahren.

Die Tempel von Wat Kamphaeng Laeng zählen für viele Reisende zu den Höhepunkten der Thai – Kultur. Die Vergangenheit des Landes wird hier durch die ehemalige Hochkultur der Khmer besonders deutlich und durch die pyramidenförmige Bauweise noch unterstrichen. Heute ist die Anlage nach buddhistischer Architektur umstrukturiert worden. Ihre ursprüngliche Bauweise ist dennoch sichtbar geblieben.

Ein weiterer Tipp für das Sightseeing in Phetchaburi ist das Kloster Wat Ko Kaeo. Der Komplex steht vollständig auf Holzpfählen und wird von Pilgernden aus aller Welt besucht. Die Wände zeigen mehrere hundert Jahre alte Wandmalereien.

Die Stadt und Ihre individuelle Anreise

Mit knapp 26.000 Einwohnern ist Phetchaburi eher klein und beschaulich. Auf den Straßen herrscht wenig Verkehr und auch die üblichen grauen Hotelkomplexe sucht man hier vergeblich. Stattdessen findet man massenweise kleinerer Gasthäuser und gute Mittelklassehotels, die alle ihren individuellen Charme versprühen. Die meisten Sehenswürdigkeiten können bequem zu Fuß erkundet werden und gerade entlang des beliebten Strandes im Badeort Cha Am finden sich immer Einheimische die einem Plausch und einem Kaffee nicht abgeneigt sind. An den Wochenenden kommt auch ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung aus Bangkok um die wilden Salzgärten zu bestaunen und den weichen Sand unter den Sohlen zu fühlen. Das Salz stellt übrigens eine der Haupteinnahmequellen für die Bewohner Phetchaburis dar.

Da die Stadt ländlich gesehen äußerst günstig liegt, ist es fast nicht möglich, auf seinem Weg nach Norden oder Süden bzw. Richtung Bangkok, nicht an Phetchaburi vorbeizufahren. Mehrmals täglich fahren klimatisierte Reisebusse von Bangkok aus nach Phetchaburi. Die Fahrt dauert etwa zwei bis vier Stunden – abhängig von Verkehrs- und Wetterlage. Die Züge haben ähnliche Fahrtzeiten und brauchen auch in etwa genauso lange wie wenn man mit dem Bus fährt. Phetchaburi hat keinen eigenen Flughafen, der nächste ist im 170km entfernten Bangkok. Internationale Flüge erreichen die Metropole täglich, sodass man von dort aus wunderbar weiter reisen kann, z.B. mit einem von uns organisierten privaten Fahrer.