Thailands pulsierende Hauptstadt

Der flirrende Asphalt erscheint unscharf, die leuchtenden Farben verschwimmen mit einer Wolke aus Smog, Fluglärm, Motorengeräusch, hupende Taxen und der typische Singsang der Sprache der Thai, Absätze klappern über den Boden, vorbei an bärtigen Männern mit leeren Papp-Bechern in der Hand. Ein kleiner Junge steht mit seinem Wägelchen am Straßenrand, darauf kochender Reis und heißes Thaicurry. Die rote Soße blubbert und verströmt einen scharfen Geruch. Davor eine Schlange von einer Handvoll Menschen, sie alle haben Hunger und sind unentschlossen: Arbeiten, essen oder doch noch ein kurzer Besuch im Tempel?

So, oder so ähnlich beschreibt ein jeder der thailändischen Boden zum ersten Mal betritt die Atmosphäre Bangkoks. Die faszinierende Atmosphäre der Stadt reizt so ziemlich jeden Individualreisenden und belegt bei den asiatischen Metropolen einen der vorderen Plätze wenn man Asientouristen nach deren Interessen befragt. Die Stadt bietet nicht nur den perfekten Start- und End-Punkt für jede Reise durch das Land, sondern stellt auch einen der wichtigsten Umschlagsplätze für den asiatischen und auch internationalen Handel dar. Bangkok gilt mitunter als die Stadt der Gegensätze und zeichnet sich durch das Wechselspiel von den über die ganze Stadt verteilten betriebsamen und ruhigeren Ecken aus.

Bangkoks Einwohnerzahl schwankt zwischen 8 und 15 Millionen, je nachdem ob man nur das Ballungszentrum oder auch die Metropolregionen dazuzählt. Sie alle tummeln sich mehr oder weniger dicht um den von Norden quer durch die Stadt fließenden Chao Phraya. Der Fluss ist praktisch der mittlere Leitfaden durch die Mega-Metropole und eignet sich perfekt für eine erste Stadtrundfahrt zu Wasser. Der Fluss und auch seine kleineren Neben-Kanäle werden so gut wie durchgängig sowohl von Personenfähren als auch von kleineren Longtail-Booten befahren. Allerdings sollte man beachten, dass die Fahrpläne in Thailand nicht so zuverlässig ausgearbeitet sind wie hierzulande. Die Fähren bedienen die wichtigsten Docks entlang des Hauptflusses und der größeren Neben-Kanäle. Wir empfehlen immer gerne ein Abendessen zu Wasser während einer Kreuzfahrt über den Fluss. Das abendliche Panorama mit Sonnenuntergang und der typischen Skyline Bangkoks ist atemberaubend!

Der Schiffsverkehr ist allerdings nicht annähernd so geschäftig wie der Schienen- und öffentliche Nahverkehr. Hupende Taxen, ratternde S-Bahnen und dazwischen verstreut klapprige Autos und knatternde TukTuks verstopfen in regelmäßigen Abständen die Straßen der Stadt. Zu den Hauptverkehrszeiten können nicht mal die U-Bahn Linien und der Sky-Train Abhilfe schaffen. Die Busse bahnen sich ihren Weg durch die schimpfenden Fahrer und fahren alle wichtigen Hot-Spots der Stadt an. Wer sich mutig in das Getümmel stürzen möchte, sollte sich vorher an einer der wenigen Busstationen mit Informationsstand gut beraten lassen, die Busse werden nämlich trotz regulärer Liniennummern nur in thailändischer Schrift angekündigt. Für den Nichtsahnenden Touristen kann das schnell in einer Abenteuerfahrt mit unbekanntem Ziel enden.

Klimatische Bedingungen in Bangkok

Das Klima Bangkoks ist ähnlich wie im gesamten Land den Subtropen untergeordnet. Knapp oberhalb des Äquators wird es dementsprechend nicht sehr kalt. Die beste Reisezeit ist eher in den niederschlagsärmeren Wintermonaten anzusiedeln. In den Monaten September und Oktober regnet es am Häufigsten, da es während des europäischen Frühlings aber recht heiß werden kann schwankt die empfohlene Reisezeit zwischen den Regionen.

Die Thai-Kultur unterscheidet deswegen zwischen dem Wasserfest und dem Lichterfest, jeweils um die Regen- bzw. die Trockenzeit willkommen zu heißen. Trotz des Regens ist die Sonneneinstrahlung weitaus stärker als in Europa, deshalb sollte auch bei schlechtem Wetter unbedingt auf den richtigen Sonnenschutz geachtet werden.

Auf traditionelle Weise von A nach B

Unabhängig von der Art und Weise wie man sich in Bangkok fortbewegt, das Verkehrschaos begleitet jeden Besucher vom Start bis zum Ziel. Ähnlich wie in westlichen Gefilden sausen überall Taxen durch die Straßen, die mit einer einfachen Handbewegung herangerufen werden können. Ob Pkw oder Motorrad (nur für Abenteuerlustige die gerne das Adrenalin durch die Adern rauschen lassen), jede Fahrt mit dem Taxi ist in Bangkok aber mit Vorsicht zu genießen und sollte in jedem Fall über ein laufendes Taxameter bezahlt werden. Taxifahrer die einem schon vor Beginn der Fahrt einen Festpreis anbieten, versuchen die zahlenden Gäste in jeglicher Art hinters Licht zu führen. Ein Taxi innerhalb der Stadt kostet in der Regel nicht mehr als 50 – 80 Baht. Die Pauschalpreise der Fahrer liegen oftmals weit darüber. Geben Sie die gewünschte Adresse außerdem immer schriftlich an, damit keine Missverständnisse entstehen die zu erhöhten Fahrtkosten führen können.

Hinzu kommen die üblichen öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn. Die U-Bahn Netze in Bangkok sind weitestgehend gut verbunden und fahren relativ regelmäßig. Zu Zeiten des Berufsverkehrs sind die Bahnen allerdings immer gerammelt voll und wirklich bis ins hinterste Eckchen besetzt. Wer diese Zeiten aber umgeht, kommt in der Regel gut von A nach B.

Der Bus-Verkehr in Bangkok gestaltet sich da weitaus schwieriger und gleicht regelmäßig einer Abenteuerfahrt. Da die Busse und Anzeigetafeln nur in thailändischer Sprache abgefasst werden, ist es für Unsereins praktisch unmöglich den Zielort zu entziffern, vorausgesetzt man spricht kein Thai. Für alle anderen gilt: die Informationsstände an einigen Haltestellen bieten eine umfangreiche Beratung zum Thema Bus-Verkehr und helfen gerne bei der Findung des richtigen Transportmittels. Panoramablick garantiert gibt es mit dem Sky-Train. Der Zug an sich ist schon eine touristische Attraktion und gibt ganz nebenbei auch die Möglichkeit den Transport mit einer Sehenswürdigkeit zu verbinden.

Eine traditionelle Alternative ist das Fahren mit einem Tuk Tuk. Die Dreiräder sind charakteristisch für das Straßenbild Thailands und bieten in der Regel zwei bis drei Fahrgästen Platz. Nicht selten quetschen sich aber mehr Leute in die Kabine. Ein TukTuk ähnelt einem Motorrad mit drei Rädern und wird meist von einem einheimischen Fahrer gelenkt. Preislich liegen die Fahrten mit einem dieser Verkehrsmittel ähnlich wie die Fahrt mit einem Taxi, bietet aber ungleich mehr kulturelle Erfahrung. Sie knattern was das Zeug hält, so sehr, dass man sich kaum noch unterhalten kann ohne sich anzuschreien. Dazu sind sie meist etwas klapprig und wackelig aber durchaus wendig und eine angenehme Alternative zu den sonst immer überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln.

Die Sehenswürdigkeiten Bangkoks und geheime Tipps und Tricks

Die königliche Hauptstadt bietet vielerlei Sehenswürdigkeiten die man auf einer Reise durch Thailand unbedingt gesehen haben muss. Das echte Thailand erlebt man am Siegesdenkmal oder in Nonthaburi – einem ruhigen Vorort Bangkoks, der absolut stilecht ist.

Die allgemein bekannte Religiosität der Thai äußert sich besonders im landestypischen Buddhismus. Die Hauptstadt des Königreichs umfasst rund 400 Tempelanlagen die über und über mit Blumenschmuck übersät sind und teils gewaltige Buddha-Statuen beherbergen. Der vermutlich berühmteste Tempel ist der Wat Phra Kaew und gilt als architektonisches Wunderwerk. Innendrin befindet sich der gigantische Smaragd-Buddha. Direkt daneben befindet sich der Grand Palace – die ehemalige Residenz des Königs. Heute bewohnt der Monarch den Chitlada Palast. Sehenswert sind die Borombhiman-Halle, die Amarindra-Halle und die Chakri Mahaprasat, die Halle des Grand Palace. Überall auf dem Palast-Gelände und auch in den meisten Tempeln finden sich umfangreiche Wandmalereien aus dem Ramakian. Ein Besuch der Tempel Wat Pho, Wat Mahathat und Wat Arun lohnt sich ebenfalls.

Darüber hinaus darf natürlich auch ein Besuch des Nationalmuseums und der Nationalgalerie nicht fehlen. Wer sich für die mannigfaltige Spiritualität der Thai interessiert, sollte sich auf keinen Fall den Amulettmarkt entgehen lassen. In diesem Zusammenhang bietet sich auch die Besichtigung der Lak Meuang , der Stadtsäule, an. Die mit Blattgold verzierte Säule steht heute in einem weißen, kreuzförmigen, heiligen Schrein. Traditionell verkörpert die Säule den Wächtergeist der Stadt. Eigentlich gut sichtbar, aber für viele dennoch nicht auf dem persönlichen Radar der Sehenswürdigkeiten ist das Demokratiedenkmal auf einer Verkehrsinsel. Es steht seit vielen Jahren symbolisch für den Übergang zu einer konstitutionellen Monarchie. Unweit dessen steht das Königliche Elefantenmuseum. Zu früheren Zeiten waren dort die als heilig erachteten weißen Albino-Elefanten untergebracht. Heute werden die Ställe am Anfang der Th U-Thong Nai als Museum genutzt und der einzige dort „lebende“ Elefant ist eine mit königlichen Gewändern geschmückte Statue, die von den Einheimischen wie ein Kultbild verehrt wird.

Ein weiterer Klassiker ist Bangkoks Chinatown. Der typisch chaotische und immer überfüllte Bezirk ist einer der am stärksten frequentierten Handelsplätze der Stadt und wurde ursprünglich von der arbeitenden Bevölkerung aufgebaut. Wer den Bezirk besuchen möchte muss sich auf lange Wartezeiten stockenden Verkehr einstellen. Dennoch lohnt sich ein Besuch des Viertels, besonders mit einem anschließenden erfrischenden Spaziergang entlang des Flusses. Etwas außergewöhnlicher ist der Besuch einer Schlangenfarm. Ursprünglich nur zu Unterhaltungszwecken gedacht, ist das Queen Saovabha Memorial Institute heute eines der führenden Unternehmen in der Herstellung von Gegengiften. Touristen erhalten hier die Möglichkeit das Melken einer Schlange zu beobachten und können sich über die gängigsten Schlangen-Gifte und insbesondere die Herstellung von Gegengiften informieren.

Unzählige Cafés und qualitativ hochwertige Restaurants runden das Angebot an Sehenswürdigkeiten der Stadt ab. Entlang der „Hipster-Routen“ im Viertel der Künstler findet sich eine Vielzahl von Museen, Galerien und Einkaufszentren. Einer der Hot-Spots ist dabei das Thailand Creative & Design Center. Hier können die Entwürfe und Retrospektiven von internationalen Designern ebenso wie die der jungen Start-up Designer aus Thailand bestaunt werden. Ein Teil des Museums widmet sich der Geschichte von Kunst und Design in Thailand sowie der Entstehung von Mode in seinem nationalen und internationalen Hintergrund.

Neben den klassischen Sehenswürdigkeiten gibt es auch solche, die man im ersten Moment gar nicht als sehenswert ins Auge fasst. Bangkok bietet unzählige dieser Sehenswürdigkeiten. Sei es die Menschen die Ihnen auf der Straße begegnen und mit dem thailändisch strahlenden Lächeln im Gesicht nahezu immer gute Laune verbreiten oder der Klang der vielen Straßenmusiker der durch die Straßen hallt. Farbenfrohe Märkte mit frischem Obst und Gemüse aus aller Welt, spielende Kinder am Straßenrand oder die landestypischen kleinen Garküchen mit duftenden und frisch zubereiteten Speisen. Schlendern Sie durch Gassen mit süßen Straßencafés und Trödelmärkten voller Second-Hand Gegenstände. Riechen Sie die vielen Räucherstäbchen, schmecken Sie exotische Gerichte und erwidern Sie das freundliche Lächeln der Thai. Es lohnt sich auch den untypischen Sehenswürdigkeiten Beachtung zu schenken, denn wer sich aufmerksam umschaut wird überall kleine Überraschungen entdecken.